25
Mai

Integration – von wem, wie und wozu?

Viele der Flüchtlinge, die mit der großen Flüchtlingswelle kamen und nun schon seit fast zwei Jahren in Österreich leben, hatten noch kein Gespräch am Bundesasylamt. Ihre Zukunft ist unsicher, ihre Gegenwart geprägt von erzwungener Untätigkeit, dem Erlernen einer schwierigen Sprache und zunehmendem Frust. Dies färbt auch auf die Österreicher ab, die ihnen bei der Integration zu Seite stehen. Zudem gibt es oft Unsicherheiten, was rechtliche Belange betrifft. Ein Workshop für die Ehrenamtlichen in Engerwitzdorf konnte viele Fragen klären.

Wann bekommt jemand Asyl? Wie läuft ein Asylverfahren eigentlich ab und wann ist dafür überhaupt Österreich zuständig? Unter welchen Bedingungen darf ein Flüchtling arbeiten? Welche Rechte und Pflichten hat er? – Die Fragen, die sich im Zusammenhang mit Flüchtlingen, ihrer Integration bzw. Abschiebung stellen, sind vielfältig und oft nur von Experten zu beantworten. Viele Ehrenamtliche sind damit überfordert. „Wir haben gerade auch im Rahmen unseres Amigo-Projekts, bei dem jeweils ein Einheimischer mit einem Flüchtling zusammengespannt sind, die Erfahrung gemacht, dass hier viele Fragen offen sind, und das schafft Unsicherheit“, sagt Klaus Pühringer, der für das Amigo-Projekt zuständig ist. „Deshalb haben wir einen Expertenworkshop zu allgemeinen Rechtsfragen im Zusammenhang mit Asyl organisiert, der vom Regionalen Kompetenzzentrum für Integration und Diversität gestaltet und vom Land OÖ finanziert und am 2. Mai im Gemeindeamt Engerwitzdorf abgehalten wurde.

Fünfzehn Amigos haben sich dabei aus erster Hand informiert und konnten auch selbst Fragen stellen. „Ein großes Thema für die Amigos ist das Interview beim Bundesasylamt“, sagt Gabi Natschläger, ebenfalls für das Amigo-Projekt verantwortlich. „Die Paten würden gerne wissen, was für das Interview vorzubereiten ist, was beachtet werden muss.“

Auch das Thema Integration allgemein wurde angesprochen. Der Vortragende meinte, dass seiner Erfahrung nach bei denjenigen Flüchtlingen, die Amigos haben, die Integration viel besser gelinge, da sie Ansprechpartner und somit einen Anker hätten.

Das Amigo-Projekt von ZiEL in Engerwitzdorf läuft laut den Verantwortlichen sehr gut: „Die Einheimischen engagieren sich zum Großteil sehr, sie sind behilflich bei der Wohnungssuche oder bei Kursen oder sind einfach da um den oft auch langweiligen Alltag der Flüchtlinge zu verkürzen, ihnen Mut zu machen. Die Asylwerber profitieren sicher am meisten vom Wissen der Österreicher, wenn es um Behördengänge geht und um die Wohnungssuche. Man wird in diesen Fällen leichter gehört, wenn ein Österreicher mal ‚vorfühlt‘“.

Der zeitliche Aufwand für eine Amigo-Partnerschaft liegt im Ermessen der einzelnen Amigo-Paare, ein regelmäßiger Austausch ist jedenfalls wichtig und gerade am Anfang zum Aufbau des gegenseitigen Vertrauens häufiger nötig. „Man lernt auch als Amigo sehr viel, über das Heimatland und die Kultur, in der der Flüchtling aufgewachsen ist. Dadurch versteht man manche Dinge auch besser“, sagt Pühringer.

Weitere Amigos für die Asylwerber in Engerwitzdorf sind jederzeit willkommen!

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