10
Sep

„Man rückt wieder ein bisschen mehr zusammen“

Im Salzkammergut ist auf kleinstem Raum zusammengedrängt, was Österreich wahrscheinlich im Großen am meisten prägt: Seen und Berge. Außerdem jede Menge Touristen, vor allem aus dem arabischen Raum und China. – Unter die sich am 14. August an die 50 Asylwerber vom Linzerberg mischten, die hier ein paar unbeschwerte Stunden abseits vom doch eher tristen Alltagstrott verbringen konnten.

Schon im Frühjahr hatte Renate Moser-Luger, die bei ZiEL seit Beginn der Vereinsaktivitäten aktiv ist, die Idee, für die Flüchtlinge einen Ausflug zu organisieren. Dorothea Zeinhofer war schnell überzeugt und organisierte mit: Bus, Tagesablauf, Anmeldeformalitäten, Zählkarten, Telefonlisten, kostenlose Getränke und Obst vom Spar in Schweinbach (vielen Dank an dieser Stelle an Sabine und Franz Köhl!), Bootsfahrt, Picknick. „Ach ja, das Picknick!“, sagt Dorothea. „Da haben wir offensichtlich ganz andere Vorstellungen als die Asylwerber, was das ist. Denn wir dachten an Semmerl und Obst, und sie haben sich um drei Uhr Früh vor dem Ausflugstag in die Küche gestellt und Linseneintopf, Palatschinken und Fleischlaiberl gemacht…“

Aber der Reihe nach: Ziel des ZiEL-Ausflugs war Hallstatt, wo sich die Asylwerber gemeinsam mit den begleitenden Engerwitzdorfern in kleinere Grüppchen aufteilten und die Stadt besichtigten. Besonders beeindruckend: das Beinhaus, allein schon wegen seines Alters. Danach ging es mit dem Boot weiter über den See nach Obertraun. „Die Bootsfahrt hat bei vielen Flüchtlingen Erinnerungen an ihre Flucht über das Meer hervorgerufen“, sagt Moser-Luger. „Einer hatte vorher auch etwas Angst. Aber die Bootsfahrt hat dann allen gefallen, und ich denke, das ist auch schon viel wert, dass sie nun die Erfahrung machen konnten, dass das auch etwas Schönes sein kann.“

Danach ging es in einer gemütlichen Wanderung zum Badeplatz, wo gespielt, Wasserpfeife geraucht und eben gepicknickt wurde. Bis zur Heimfahrt am Abend waren alle so erschöpft, dass im Bus einhellig geschlafen wurde. „Natürlich haben wir uns vor dem Ausflug schon Gedanken gemacht, ob das alles klappen würde, mit so einer großen Gruppe, darunter auch einige Kinder“, sagt Luger-Moser. „Aber wir waren überrascht, wie diszipliniert alle waren. Alle waren dankbar – auch wir – und haben diesen Tag als etwas Besonderes zu schätzen gewusst.“ „Man rückt wieder ein bisschen mehr zusammen“, ergänzt Zeinhofer. „Auch die Leute vom Linzerberg selbst. Für mich war das eine große Freude.“

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