30
Mai

Unterkunft mit Perspektive

Die Übersiedlung der Engerwitzdorfer Asylwerberinnen und Asylwerber ist abgeschlossen, die meisten von ihnen sind seit Ende April in den GHS-Häusern am Linzerberg untergebracht, manche in andere Gemeinden übersiedelt. Wie bei jeder Veränderung sind mit der Übersiedlung Vor- und Nachteile verbunden, insgesamt überwiegen für die neuen Bewohnerinnen und Bewohner aber sicher die positiven Seiten, wie sie im Gespräch mit Engelbert Zeinhofer von ZiEL deutlich machten.

Schon vor der Übersiedlung waren die neuen BewohnerInnen eingebunden, sie halfen beim Putzen der Häuser und beim Zusammenbau der Stockbetten und Kästen. Am Tag der Offenen Tür am 25. April war auch Bürgermeister Herbert Fürst zu Gast, ebenso wie einige neue Nachbarinnen und Nachbarn aus der Diakoniewerkstätte am Linzerberg.

„Die GHS-Häuser sind mit dem Nötigsten ausgestattet, mehr darf man sich aber nicht erwarten“, sagt Zeinhofer. Es gibt dort zum Teil auch weniger Platz als in der Klammmühle, dafür aber eigene Essbereiche, sodass nicht mehr in den Zimmern gegessen werden muss. Auch die Wege zu den Toiletten und Bädern sind kürzer. Und vor allem ist der Linzerberg natürlich viel näher an Gallneukirchen mit seiner Infrastruktur und den öffentlichen Verkehrsmitteln, was für die Flüchtlinge ein großer Vorteil ist. Zudem hatten viele Klammmühlen-Bewohner Angst davor, sich zu Fuß von und zur Klammmühle zu bewegen, da das Gehen auf der Straße ohne Gehweg doch gefährlich war.

Bewegung ist für die meisten Flüchtlinge sehr wichtig, deshalb schätzen sie es auch, dass sie zum Deutsch-Unterricht neuerdings ein paar Minuten zur Fuß gehen müssen – „da werden wir wenigstens munter!“ -, für einen Fitnessraum, wie es ihn in der Klammmühle gegeben hat, ist in den GHS-Häusern aber leider kein Platz.

Zeinhofer hatte bei seinem Gespräch mit den Flüchtlingen am Linzerberg den Eindruck, dass die Stimmung positiv ist. „Alle sind froh, dass sie näher bei Gallneukirchen sind, und einer hat mir auch gesagt: ‚Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich jetzt eine Wiese mit Blumen, Autos und Menschen. In der Klammmühle habe ich nur Bäume, ein großes Haus oder eine Felswand gesehen‘“. So bietet die neue Unterkunft nicht nur einen besseren Ausblick, sondern hoffentlich auch neue Perspektiven für die Asylwerberinnen und Asylwerber. – Eine davon zeichnet sich bereits ab: ZiEL möchte mit den Flüchtlingen bei den GHS-Häusern kleine Gärten anlegen. Durch die gemeinsame Arbeit soll man sich näher kommen, zudem bekommen die Flüchtlinge dadurch ein Stück unserer Heimat vermittelt: Was gedeiht in unserem Klima? Welches Gemüse kann man wie anpflanzen und nach der Ernte verarbeiten? Was hat es mit den Eismännern auf sich? Und gibt es in Syrien, Afghanistan, Somalia auch Nacktschnecken?

Wer gerne gartelt und außer einem grünen Daumen auch etwas Zeit, Geduld und Offenheit mitbringt: ZiEL freut sich über Ihre Kontaktaufnahme!

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